Time Machine Europe

Was ist die Time Machine?

Die Time Machine ist die größte europäische Forschungsinitiative zur digitalen Erschließung des kulturellen Erbes. Unter dem Slogan „Big data of the past“ sind über 300 Partner aus 34 Ländern beteiligt, darunter große Museen, Nationalbibliotheken, Staatsarchive, Industrie und viele Forschungs-einrichtungen. Im Rahmen der Time Machine soll die multikulturelle europäische Geschichte in vier Dimensionen erlebbar und durch aufbereitete Quellen erforschbar und erfahrbar gemacht werden. Dadurch entstehen Zeitreisen, als Modellbildung für die Wissenschaft und Simulationen für eine breite Öffentlichkeit.

Big Data of the Past

Gleichzeitig erfordert die Erschließung der riesigen Menge historischer Daten neue Verfahren des maschinellen Lernens bzw. der künstlichen Intelligenz, so dass die Time Machine auch in diesem Bereich Spitzenforschung ermöglicht. Die Initiative zielt darauf, in das neue HORIZON Programm der EU strukturell eingebunden zu werden und ist gerade in einer einjährigen EU-finanzierten Konzeptionsphase.

Gemeinsam Strukturen schaffen

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist als innovativste Volluniversität Deutschland (Reuters) ist als einer von 33 Founding Partner maßgeblich an der Initiative beteiligt. 20 Teilnehmende, Professuren und Institutionen beteiligen sich an diesem Projekt, vornehmlich aus dem Interdisziplinären Zentrum digitale Geistes- und Sozialwissenschaften (IZdigital) darunter ein Mitglied des Steuerungskomitees und ein nationaler Koordinator der Time Machine. An der FAU werden insbesondere Verfahren des maschinellen Lernens und Sehens und der Computer Vision für die Time Machine entwickelt, außerdem erarbeitet die AG digitale Forschungsdaten und Informationsdienste Konzepte zur Modellierung der Daten.
Aus dieser lokalen Konzentration und Kompetenz soll auch eine local time machine entstehen, wie an 15 weiteren Standorten in Europa (z.B. Venedig, Amsterdam, Budapest etc.).

Wissen vernetzen

Die FAU mit Partnern in Nürnberg, Karlsruhe und Greifswald eine lokale Time Machine für Nürnberg auf. Ziel ist nicht nur große Teile der Nürnberger Altstadt in ein 4D-Modell zu überführen (FIZ Karlsruhe / Universität Greifswald), sondern auch soziale Netzwerke, historische Reiseberichte und in Nürnberg entstandene Kunstwerke und Produkte mit diesem Modell zu verknüpfen (FAU). Die Geschichte der Stadt soll durch Geschichten, Eindrücke und Zusammenhänge spürbar und immersiv werden. Digital zurückverortete Objekte geben die wechselvolle Geschichte Nürnbergs nicht als große Erzählung von Wenigen wider, sondern in ihrer Tiefe und Breite, als die Geschichten von Vielen. Das Projekt betrachtet den ganzen Workflow vom Erfassen des Materials bis zur Vermittlung beispielsweise über Virtual- und Augmented Reality Formate und schließt Wirtschaftskooperationen mit ein.

Kontakt

Prof. Dr. Peter Bell

Juniorprofessur für Digital Humanities mit Schwerpunkt Kunstgeschichte

Department Medienwissenschaften und Kunstgeschichte
Institut für Kunstgeschichte

Nägelsbachstr. 49c
91054 Erlangen