Nürnberger Blechbahnen

Eine Spurensuche vor Ort von den Herstellern bis in die Kinderstuben hinein und über zwei Weltkriege hinweg.

Nürnberg war mit industriellen Revolution weltweit eines der Zentren zur Herstellung von maschinell gefertigtem Spielzeug, vor allem aus bunt bedrucktem Weißblech. Ein ganz beträchtlicher Teil der Produktion waren Spielzeugeisenbahnen, seien sie nun von einem
Uhrwerk oder einem Elektromotor angetrieben. Klangvolle Namen der Sparte hatten ihren Firmensitz in Nürnberg und nicht ohne Grund rühmten sich die Bing-Werke selbst als Weltmarktführer für Spielwaren, wenn auch nicht ganz unwidersprochen. Erst seit allerjüngster
Zeit werden in der Metropolregion Nürnberg keine Blechbahnen mehr gefertigt.

Lokomotive mit Uhrwerksantrieb, chromolithographisch bedrucktes Weißblech, Johann Andreas Issmayer (J.A.J.), vor 1917, dahinter Bahnhof, vor 1932, Gebrüder Bing Nürnberg (GBN), ebenfalls bedrucktes, teilweise auch lackiertes Weißblech; Sammlung M. Boss. Photographie M. Boss

Das ganze ist eine Suche nach den Standorten der Fabriken und wie dieser Industriezweig Handel und Wandel vor Ort mit beeinflußt hat – und es ist das Nachspüren eines heute nahezu vergessenen Weihnachtsbrauches, dessen Hinterlassenschaften noch heute in so manchen
Kellern und Speichern schlummern. Dies ist aber auch die Geschichte jüdischer Hersteller und Teilhaber an Industrieunternehmen, des wachsenden Antisemitismus der Zeit bis zu ihrer Verfolgung und Vertreibung mit den Nürnberger Rassegesetzen.

Projektleitung

Dr. Martin Boss

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